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Berlin Verlag

So sind wir

Shortlist 2005

So sind wir

Ein Briefbeschwerer, Zeitungen, eine Puppe – inspiriert von persönlichen Gegenständen folgt die Erzählerin den Erinnerungsspuren ihrer Familie. Sie sind mitteleuropäische Juden, Opfer der Geschichte, und Schweiger, die über ein brilliantes Gedächtnis verfügen. In einer Fülle von Episoden, in denen Tragik und Komik eng verflochten sind, entfaltet sich auch die Geschichte des europäischen Judentums.

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Kommentar der Jury

Gila Lustiger nähert sich in So sind wir behutsam der Figur ihres Vaters, des Schriftstellers Arno Lustiger, der als Jugendlicher ins KZ kam und den Holocaust überlebte. Es geht um die psychischen Auswirkungen, die das Erlebte auf die Familie hat, „eine Familie, die schonend über die Vergangenheit schweigt." Obgleich diese zarte und kluge Annäherung an das Verschwiegene nur wenig fiktionalisiert sein dürfte, steht im Untertitel selbstbewusst "Familienroman" - zu Recht, denn dieses hervorragende Buch enthält den Stoff eines großen Romans.

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Neue Leben

Shortlist 2006

Neue Leben

Ostdeutsche Provinz, Januar 1990. Enrico Türmer, bisher Theatermann und heimlicher Schriftsteller, heuert bei einer Zeitung an und stürzt sich ins tätige Leben. Von dieser Wende in Zeiten des Umbruchs erzählen die Briefe Türmers, die er an drei geliebte Personen schreibt. Dabei entsteht, wovon Türmer so lange geträumt hat: der Roman seines Lebens. Schulze entwirft ein Panorama von der Geburtsstunde unserer heutigen Zeit.

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Kommentar der Jury

Mich hat das Vorhaben des Autors beeindruckt, etwas noch morgen Gültiges über eine große Zeitenwende zu sagen. Dies tut er mit literarischen Mitteln, die umso raffinierter sind, je einfacher sie scheinen. Schulze schreibt nicht sentimental, anekdotisch oder reißerisch, sondern schildert die Wende als eine Reihe von Alltagsereignissen. Das macht „Neue Leben“ zum bisher einzigen gelungenen Wenderoman.

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Adam und Evelyn

Shortlist 2008

Adam und Evelyn

Adam ist ein Mann, den die Frauen lieben. Und Adam liebt schöne Frauen. Ganz besonders wenn sie die von ihm geschneiderten Kleider tragen. Abgesehen davon liebt er Evelyn, die ihn eines Tages in flagranti mit einer anderen ertappt. Statt mit Adam fährt Evelyn mit Freunden im Spätsommer 1989 an den Balaton. Adam setzt ihnen in seinem alten Wartburg nach. Eine Tragikomödie um den biblischen Mythos von Adam und Eva.

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Kommentar der Jury

Ingo Schulze hat einen komplizierten Moment der deutsch-deutschen Geschichte auf leichtfüßige Weise mit dem Adam und Eva-Mythos verbunden. Die Dialoge sind klar und direkt, scheinbar banal und doch tiefgründig, axiomatisch. Schulze vermittelt sensibel das ambivalente Gefühl der DDR-Bürger vor der Maueröffnung, sich für etwas entscheiden zu müssen, ohne den Ausgang der Geschichte zu ahnen.

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Wie Ihr wollt

Shortlist 2015

Wie Ihr wollt

August 1571: Elisabeth I. herrscht in England, und Mary Grey, ihre Cousine, ist wütend. Sie ist sechsundzwanzig, kleinwüchsig und hat einen Thronanspruch. Mary Grey will frei sein, einen eigenen Haushalt und das Sorgerecht für ihre Stiefkinder. Nichts von alledem bekommt sie, und anstatt das still hinzunehmen, begehrt sie auf. Sie beschließt, einen Bericht zu schreiben - eine Abrechnung mit dem Königshof. Dabei stellt sie fest, dass ihr Handeln und das ihrer Familie ebenso willkürlich und unfrei war wie das aller anderen. Und dass es erste Anzeichen gibt, wieder in Gnade aufgenommen zu werden.

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Kommentar der Jury

Inger-Maria Mahlkes "Wie Ihr wollt" ist ein historischer Roman und bitter-komische Dekonstruktion des Genres historischer Roman. Weltgeschichte im toten Winkel eines Kammerspiels, geschildert aus der Perspektive einer kleinwüchsigen Herrscherin im Wartestand. Indem Mahlke eine Machtlose, gefangen im Kerker ihres Körpers, zur Protagonistin macht, gelingt ihr ein fulminantes Stück weiblicher Gegengeschichtsschreibung und radikale Gegenwartskritik im Tudor-Gewand.

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Apollokalypse

Longlist 2016

Apollokalypse

Georg Autenrieth ist eine zwielichtige Gestalt in zwiegesichtigen Zeiten, immer wieder taucht er auf in Berlin, der Mann aus Westdeutschland, hält Kontakt mit der Szene, durchsucht die Stadt und zelebriert Laster, Lebensgier und Liebeskunst. Wohin aber verschwindet er dann? Wer ist der »Glasmann«? Und welche Rolle spielen seine Verbindungen zur RAF? Gerhard Falkners »Apollokalypse« ist ein Epochenroman über die 80er und 90er Jahre. Dem Vergeuden von Jugend, der Ausschweifung jeglicher Couleur und der Hypermobilität stellt er einen rauschhaften Rückverzauberungsversuch der Welt entgegen.

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