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Autor

Gert Loschütz

Dunkle Gesellschaft

Shortlist 2005

Dunkle Gesellschaft

Thomas, den Binnenschiffer, hat es von den Flüssen weg in die niedersächsische Provinz verschlagen, wo ihn nachts die Unruhe aus dem Haus treibt. In zehn Regennächten erinnert er sich an Stationen der Reise, auf die ihn das Leben geschickt hat. Immer wieder ist er dabei schwarz gekleideten Leuten begegnet, eben jener dunklen Gesellschaft, vor der ihn schon sein Großvater gewarnt hatte.

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Kommentar der Jury

"Dunkle Gesellschaft" ist ein Roman der Erinnerung, der zugleich eine gänzlich andere Gegenwart auslotet. Gegen Ende seines Lebens verschlägt es Binnenschiffer Thomas in die deutsche Provinz; nachts treibt ihn die Unruhe um, das Nahen einer „dunklen Gesellschaft“. Das Unheimliche wird bei Loschütz nie mit Andeutungen abgehakt, sondern ist Teil einer Sprachmusik in Moll, die das Buch durchzieht: als Fluss in einer Landschaft, leer wie das Geschwätz der Politik. Diese hat dem Land die Seele geraubt, die der Autor ihm in seinem Roman neu einhaucht.

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Ein schönes Paar

Longlist 2018

Ein schönes Paar

Beim Ausräumen seines Elternhauses stößt der Fotograf Philipp auf einen Gegenstand, der in der Geschichte seiner Eltern eine entscheidende Rolle gespielt hat. Die beiden, Herta und Georg, waren ein schönes Paar. Philipp erinnert sich an ihr junges Liebesglück, ihre Hoffnungen und Gefährdungen, an die überstürzte Flucht seines Vaters aus der DDR in den Westen. Das hätte, da ihm die Mutter und der Junge ein paar Tage später folgten, der Beginn eines erfüllten Lebens sein können, tatsächlich aber trug die Flucht den Keim des Unglücks in sich. Nach und nach geht Philipp das Paradoxe der elterlichen Beziehung auf: Dass es die Liebe war, die ihre Liebe zerstörte. Damit aber ist die Geschichte, die auch sein Leben überschattet hat, nicht vorbei. Am Ende stellt er fest, dass Herta und Georg all die Jahre über miteinander verbunden waren, auf eine Weise, die sie niemandem, nicht einmal sich selbst, eingestehen konnten. Ein ergreifender Roman über Liebe und Vergänglichkeit vor dem Hintergrund der deutschen Teilung.

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