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Kiepenheuer & Witsch

Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche

Longlist 2010

Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche

Jenseits des Urals herrscht das heimliche Matriarchat und die schöne Tatarin Rosalinda fühlt sich viel zu jung, um Großmutter zu werden. Doch der Abtreibungsversuch an der Tochter Sulfia misslingt und Aminat wird geboren. Zum ersten Mal steht die despotische Rosalinda einem Geschöpf gegenüber, das sie mit Haut und Haaren liebt. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion führt Rosalindas Überlebenswille die drei unzertrennlichen Frauen nach Deutschland. Da ist die Tatarin längst die leidenschaftlichste Großmutter aller Zeiten – und der Leser Zeuge haarsträubender Ereignisse und komischer Szenen.

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Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag

Shortlist 2010

Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag

Das sozialistische Prag hat mit den Jahren seinen Glanz verloren und Georg nutzt alle sich bietenden Freiräume, um auszubrechen. In einer Gesellschaft, die von den Rändern her vergammelt und sich von innen auflöst, mobilisiert er alle Kräfte, um neben der Mutter auch dem stickig-klebrigen Vaterhaushalt zu entkommen, in dem er seine verhassten Wochenenden verbringen muss. Ein mit viel Witz gezeichnetes Psychogramm einer Familie, ein hellsichtiges Porträt einer Stadt, ein erotischer Entwicklungsroman über Widerstände, Schmutz und Schönheit.

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Kommentar der Jury

Eine Kindheit und Jugend im sozialistischen Prag von den 50er- bis in die 70er-Jahre. Jan Faktor erzählt sie als eine Geschichte voller Witz, durch den die Trauer über so viel dumpf vergeudeter Lebenszeit hindurch scheint. Wo sonst träumen kleine Jungen schon davon, Müllmann zu werden? Wenn Faktor die Mülltonnen über das Prager Altstadtpflaster rauschen lässt, tut er dies so anschaulich, dass man den Schmutz, um den es doch geht, fast vergisst. Dieses Buch in seiner eigenwilligen Lebendigkeit und Melancholie ist die Summe eines ganzen Lebens – und der Triumph darüber.

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Die Liebe der Väter

Longlist 2010

Die Liebe der Väter

Peter hat eine Tochter, aber das Sorgerecht für sie hat er nicht. Annika war zwei, als er und ihre Mutter sich trennten. Seitdem gerät jede elterliche Absprache zum Machtkampf um die inzwischen dreizehnjährige Annika. Ein Silvesterurlaub auf Sylt wird für Vater und Tochter zur entscheidenden Probe auf ihre Liebe. Die Reise auf die Insel ist für den Verlagsvertreter Peter auch eine Rückkehr in Landschaften der Vergangenheit. Hier hat er die Sommer seiner Kindheit verbracht, als seine Mutter in einer Buchhandlung in Kampen arbeitete. Die Spaziergänge am Strand, die alte Kirche von Keitum, der Leuchtturm rufen Erinnerungen in ihm wach. Zum ersten Mal versucht er, seiner Tochter von sich zu erzählen. Er begegnet Susanne wieder, einer Freundin aus der Schulzeit, mittlerweile verheiratet und Mutter zweier Kinder. Und er muss erleben, dass er auf die Väter der scheinbar heilen Familien, die diese Ferien zusammen verbringen, wie ein Menetekel wirkt.

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Woraus wir gemacht sind

Shortlist 2006

Woraus wir gemacht sind

Niklas Kalf schreibt eine Biografie über den jüdischen Emigranten Eugen Meerkaz und reist 2002 mit seiner Frau Liz nach New York. Kurz nach der Ankunft wird Liz entführt, und man erpresst Kalf, ein Geheimnis über Meerkaz aufzudecken. Kalfs Suche nach der Wahrheit wird zur Reise ins Innere der USA kurz vor dem Irak-Krieg. Zugleich beginnt Kalf in der Fremde zu begreifen, was bleibt, wenn nichts mehr sicher ist.

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Kommentar der Jury

Ein Autor verliert sich ein einem Entführungsfall – und in den Abgründen der USA. Hettche spielt dabei mit verschiedenen literarischen Motiven: dem amerikanischen Thriller, dem typisch-deutschen passiven Held. Sein Roman über das Verhältnis zwischen Amerika und dem „alten Europa“ wird sicher viele Leser aufregen, da in ihm das Verhältnis von deutscher Intellektualität und amerikanischer Wirklichkeit neu gespiegelt und gesehen wird.

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Das Mädchen

Shortlist 2011

Das Mädchen

Am Anfang scheint alles schon zu Ende zu sein: Der Vater trinkt und taucht nur selten auf, die Mutter lässt ihre Wut an den Kindern aus, die Mitschüler meiden das Mädchen, der kleine Bruder kapselt sich ab. Und doch gibt es eine Kraft, die das Mädchen trägt. Die Bilder aus „Brehms Tierleben“, die sie bewundert, der Traum vom kleinen Haus mit Garten und immer wieder Menschen, die ihr etwas bedeuten und die sie halten. Eines hat sie gelernt: Man muss sich holen, was man braucht. Nachdem sie mehrfach beim Ladendiebstahl erwischt wird, erweist sich das Kinderheim, in das sie kommt, überraschend als ein Refugium, wo Kindheit erstmals gelebt werden kann.

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Kommentar der Jury

Leere Schnapsflaschen, Schläge, tagelanger Hausarrest, ein hilfloser Bruder, eine unberechenbare Mutter mit wechselnden Männern im Schlepptau – so sieht der Alltag von Angelika Klüssendorfs heranwachsender Heldin aus. Doch das Mädchen besitzt eine eigentümliche Zähigkeit und beißt sich durch. Mit fotografischer Präzision nimmt die Autorin das DDR-Milieu in den Blick. Sie beherrscht die Kunst der Aussparung. Ihre Sprache ist prägnant und knapp, ihre Protagonistin eine Verlorene, die versucht, das System auszutricksen. Ein vielschichtiges Psychogramm und ein verstörender Pubertätsroman.

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Böse Schafe

Shortlist 2007

Böse Schafe

Seit ihrer Flucht aus der DDR lebt Soja in Westberlin. Eines Tages läuft ihr Harry über den Weg und wird sofort zur Achse, um die sich ihr Leben dreht. Harry war im Knast und ist auf Bewährung draußen. Seine Drogentherapie hat er abgebrochen, eine neue Inhaftierung droht. Soja organisiert eine Therapiestelle, verpflichtet ihre Freunde zur Betreuung und ignoriert alle Zeichen, dass Harry ihr manches verschweigt.

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Kommentar der Jury

„Böse Schafe“ bietet die traurig-komische Geschichte einer amour fou zwischen einer Ostfrau und einem Westmann. Soja ist von Ostberlin nach Westberlin geflüchtet, Blumenverkäuferin. Der Westmann ist Harry aus Neukölln, Junkie, HIV-positiv. Er hat zehn Jahre Knast auf dem Buckel und eine „Palme“ zwischen den Beinen, die zu besteigen für Soja sehr reizvoll ist. Eine packende Liebes- und Leideserklärung, auch an die Hauptstadt.

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Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war

Longlist 2013

Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war

Ist das normal? Zwischen Hunderten von körperlich und geistig Behinderten als jüngster Sohn des Direktors einer Kinder- und Jugendpsychiatrie aufzuwachsen? Der junge Held in JoachimMeyerhoffs zweitem Roman kennt es nicht anders – und mag es sogar sehr. Sein Vater leitet eine Anstalt mit über 1.200 Patienten, verschwindet zu Hause aber in seinem Lesesessel. Seine Mutter organisiert den Alltag, hadert aber mit ihrer Rolle. Seine Brüder widmen sich hingebungsvoll ihren Hobbys, haben für ihn aber nur Häme übrig. Und er selbst tut sich schwer mit den Buchstaben und wird immer wieder von diesem großen Zorn gepackt. Glücklich ist er, wenn er auf den Schultern eines glockenschwingenden, riesenhaften Insas­sen übers Anstaltsgelände reitet.

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Du stirbst nicht

Preisträger 2009

Du stirbst nicht

Helene erwacht im Krankenhaus: ohne Kontrolle über ihren Körper, sprachlos, mit Erinnerungslücken. Ihr Weg zurück ins Leben konfrontiert sie mit einer fremden Frau, die doch sie selbst war. Kathrin Schmidt macht den Orientierungs- und Sprachverlust nach einer Hirnverletzung erfahrbar und zeigt einen Weg der Genesung, der in zwei Richtungen führt: zurück und nach vorn. Es entsteht ein Entwicklungsroman ganz eigener Art.

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Begründung der Jury

Der Roman erzählt eine Geschichte von der Wiedergewinnung der Welt. Silbe für Silbe, Satz für Satz sucht die Heldin, nach einer Hirnblutung aus dem Koma erwacht, nach ihrer verlorenen Sprache, ihrem verlorenen Gedächtnis. Mal lakonisch, mal spöttisch, mal unheimlich schildert der Roman die Innenwelt der Kranken und lässt daraus mit großer Sprachkraft die Geschichte ihrer Familie, ihrer Ehe und einer nicht vorgesehenen, unerhörten Liebe herauswachsen. Zur Welt, die sie aus Fragmenten zusammensetzt, gehört die zerfallende DDR, gehören die Jahre zwischen Wiedervereinigung und dem Beginn unseres Jahrhunderts. So ist die individuelle Geschichte einer Wiederkehr vom Rande des Todes so unaufdringlich wie kunstvoll in den Echoraum der historisch-politischen Wendezeit gestellt.

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Halbschatten

Longlist 2008

Halbschatten

Bei einem ihrer spektakulären Langstreckenflüge lernt die Fliegerin Marga von Etzdorf einen deutschen Diplomaten kennen und verbringt eine Nacht des Erzählens mit ihm. Im Mai 1933 erschießt sich Marga in Syrien. Was ist geschehen? Der Erzähler wandert Jahrzehnte später über den Berliner Invalidenfriedhof, wo sich unter vielen Margas Grab befindet. Er hört die Stimmen der Toten, forscht nach Margas Geschichte.

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Vogelweide

Longlist 2013

Vogelweide

Ein Mann hat alles verloren, seine Freundin, seine Geliebte, seinen Beruf, seine Wohnung, er hat einen Bankrott hinter sich und ist hoch verschuldet. Nun lebt er für eine Weile ganz allein auf einer Insel in der Elbmündung, versieht den Dienst als Vogelwart. Ein geradezu eremitisches Dasein, das durch einen Anruf durcheinandergewirbelt wird. Anna kündigt ihren Besuch an – eben jene Anna, die vor sechs Jahren vor ihm nach New York geflohen ist und zuvor sein Leben komplett aus den Angeln gehoben hat. Und während Eschenbach sich auf das Wiedersehen mit ihr vorbereitet, seinen Alltagsritualen folgt, Vögel zählt und Strandgut sammelt, besuchen ihn die Geister der Vergangenheit und es entfaltet sich die Geschichte von Eschenbach, Selma, Anna und Ewald. Es ist die Geschichte von zwei Paaren, die glücklich miteinander waren und es nicht bleiben konnten, als Eschenbachs große, verbotene, richtige und falsche Leidenschaft für Anna entbrannte.

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Leyla

Longlist 2006

Leyla

Leyla hat nur einen Wunsch: dem Alltag im Anatolien der Fünfziger und Sechziger zu entkommen. Ihr Vater ist erfolglos und schlägt sich mit windigen Geschäften durch; ihre Brüder gehen ihrer Wege während ihre Schwestern auf den Mann warten, der für sie ausgesucht wird. Der Umzug nach Istanbul eröffnet neue Möglichkeiten: Leyla verliebt sich in einen Mann, doch die beiden haben keine Zukunft in der Türkei.

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Liebesbrand

Longlist 2008

Liebesbrand

Am Anfang ist es fast zu Ende: Das Leben von David droht bei einem Busunglück im Ausland zu verlöschen. Doch er wird gerettet und begegnet einer engelsgleichen Erscheinung. Eine junge schöne Frau übernimmt die Erstversorgung und verschwindet in einem Auto mit deutschem Kennzeichen. Fortan ist der Erzähler in Liebe entflammt und macht sich auf die Suche – nach ihr, nach der Erfüllung, nach der Erlösung.

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Pfaueninsel

Shortlist 2014

Pfaueninsel

Die Pfaueninsel in der Havel ist ein künstliches Paradies. Der Roman beginnt wie ein Märchen: mit einer Königin, die einen Zwerg trifft und sich fürchterlich erschrickt. Am Beispiel der kleinwüchsigen Marie, die zwischen den Befreiungskriegen und der Restauration, zwischen Palmenhaus und Menagerie, Gartenkunst und philosophischen Gesprächen aufwächst und der königlichen Familie bei deren Besuchen zur Hand geht, erzählt Thomas Hettche von der Zurichtung der Natur, der Würde des Menschen, dem Wesen der Zeit und der Empfindsamkeit der Seele und des Leibes.

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Kommentar der Jury

Seit seinem Debüt „Ludwig muß sterben“ von 1989 als Avantgardist gerühmt, erweist sich Thomas Hettche mit seinem Roman „Pfaueninsel“ erneut als einer der elegantesten und raffiniertesten Stilisten der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Wie Maria Dorothea Strakon, das historisch überlieferte preußische Schlossfräulein der Pfaueninsel bei Berlin, mit Lust seine Festtagsgewänder anlegte, so schlüpft Hettche in ein vollendetes Sprachkleid aus dem 19. Jahrhundert. Anhand der anrührenden Lebensgeschichte der kleinwüchsigen Marie lässt er ein ganzes Jahrhundert vom ausklingenden Rokoko bis zur Erfindung der Eisenbahn, von Hegel über Darwin bis Lenné, Revue passieren. Botanik und Sentiment, Theorie und Sinnlichkeit gehen in „Pfaueninsel“ eine Verbindung ein, die auf unerwartete Weise das Heute spiegelt und die Leserin, den Leser einer literarischen Osmose sondergleichen unterzieht.

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April

Shortlist 2014

April

Die Kindheit ist vorüber, aber erlöst ist das Mädchen deshalb noch lange nicht. Das Mädchen, das sich mittlerweile April nennt – nach dem Song von Deep Purple –, hat die Zeit im Heim hinter sich, die Ausbildung abgebrochen und eine Arbeit als Bürohilfskraft zugewiesen bekommen. Zwischen alten Freunden und neuen Bekannten versucht sie sich im Leipzig der späten 70er-Jahre zurechtzufinden, stößt dabei oft an ihre eigenen Grenzen und überschreitet lustvoll alle, die ihr gesetzt werden, am Ende mit ihrer Ausreise auch die zwischen den beiden Deutschlands.

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Kommentar der Jury

Endlich geht es weiter mit dem Mädchen, das sich nun (nach einem deep purple Song) April nennt. Es sind die späten 70er Jahre in Leipzig und die frühen 80er in West-Berlin, die April zwischen VEB-Kombinat, Psychiatrie, Ausreise und dem Leben selbst taumeln lässt, immer zwischen zartem Glück und totalem Versagen, getrieben aus trostloser Kindheitsvergangenheit in eine ungewisse Zukunft. Angelika Klüssendorf versteht es prächtig uns in Aprils Sog zu ziehen. Lebensprall und traurig, nüchtern und klar, unsentimental und präzise, mit großer Lakonie: ein Meisterwerk - knapp 25 Jahre nach der Wende.

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Isabel

Longlist 2014

Isabel

Feridun Zaimoglu bleibt den gesellschaftlichen Randgebieten und ihren Bewohnern treu. Er wendet sich dem Leben einiger Großstadtkreaturen zu, die fern von Berliner Hipness und Touristenströmen ihre eigenen Wege gehen. Isabel ist eine schöne Frau, aber nicht mehr schön und jung genug, um weiter zu modeln, und nicht anerkannt genug, um als Schauspielerin an die großen Rollen zu kommen. So arbeitet sie als Gelegenheitsdarstellerin, ist mit der Liebe am Ende, verlässt ihren Freund und beschließt, ihr Leben neu zu entwerfen. Es ist die Zeit nach den Sensationen, sie verabschiedet sich von der Lust und wählt den Weg in die Keuschheit. Nachdem es auch ihren Eltern trotz großer Anstrengungen nicht gelungen ist, ihr einen passenden Heiratskandidaten zuzuführen, trifft sie Marcus, und es beginnt die Geschichte von Isabel und dem Soldaten. Marcus ist ein Kriegsheimkehrer aus dem Kosovo-Einsatz, traumatisiert und nur daran interessiert, eine aufs Nötigste reduzierte Existenz zu führen. Ihre Begegnung verändert beider Leben und führt sie auf eine faszinierende und bedrohliche Reise in Marcus‘ Vergangenheit. Gewohnt sprachmächtig, dabei sehr genau in der Beobachtung und bewusst in der Verknappung, führt Zaimoglu seine Leser in eine Welt der zurückgefahrenen Lebenserwartungen, die aufgebrochen wird durch Liebe, Schmerz, Reue und Rache.

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Baba Dunjas letzte Liebe

Longlist 2015

Baba Dunjas letzte Liebe

Baba Dunja ist eine Tschernobyl-Heimkehrerin. Wo der Rest der Welt nach dem Reaktorunglück die tickenden Geigerzähler und die strahlenden Waldfrüchte fürchtet, baut sich die ehemalige Krankenschwester mit Gleichgesinnten ein neues Leben im Niemandsland auf. Wasser gibt es aus dem Brunnen, Elektrizität an guten Tagen und Gemüse aus dem eigenen Garten. Während der sterbenskranke Petrov in der Hängematte Liebesgedichte liest und die Melkerin Marja mit dem fast hundertjährigen Sidorow anbandelt, schreibt Baba Dunja Briefe an ihre Tochter Irina, die Chirurgin bei der deutschen Bundeswehr ist. Doch dann kommt ein Fremder ins Dorf – und die Gemeinschaft steht erneut vor der Auflösung.

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Siebentürmeviertel

Longlist 2015

Siebentürmeviertel

Wolf weiß nicht, wie ihm geschieht. Nach dem Tod seiner Mutter hat er mit seinem Vater gelebt, der aber nach einer Warnung vor der Gestapo plötzlich Deutschland verlassen muss. Es ist das Jahr 1939, und Wolf findet sich in Istanbul wieder, in der Familie von Abdullah Bey und mitten im Siebentürmeviertel, einem der schillerndsten Stadtteile der Metropole, in der Religionen und Ethnien in einem spannungsreichen Nebeneinander leben. Er wird von Abdullah Bey an Sohnes statt angenommen, besucht die Schule und erobert sich seine Stellung unter den Jugendlichen des Viertels. Als er langsam zu begreifen beginnt, welche Rolle Abdullah Bey wirklich spielt, gerät er in große Gefahr.

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Die Erziehung des Mannes

Longlist 2016

Die Erziehung des Mannes

Georg, Student der Musikwissenschaft und angehender Komponist, ist Mitte zwanzig, als eine neue Frau kennenlernt. Sie wird etwas in ihm lösen, mit ihr wird er ins Leben aufbrechen, Kinder bekommen und doch keine glückliche Ehe führen. Er wird sich fragen, woran das liegt, was sein autoritärer Vater damit zu tun hat, der ein Patriarch alter Schule ist und die Familie durch diverse Affären ruiniert, und er wird einen großen Schritt in eine neue Liebe wagen. Doch frei ist Georg nicht mehr, denn er bleibt Vater von drei Kindern, die am Ende zur Liebeskonstante in seinem Leben werden. Über sie wird er sich seiner selbst bewusst, und an ihnen hält er fest, als sich alles andere aufzulösen scheint.

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Drehtür

Longlist 2016

Drehtür

Asta ist nach 22 Jahren im Dienst internationaler Hilfsorganisationen am Münchner Flughafen gestrandet. Von den Kollegen weggemobbt aus der Krankenstation in Nicaragua, wo sie zuletzt tätig war, steht sie neben einer Drehtür und raucht. Sie weiß nicht, wie es weitergehen soll. Einigermaßen wohl fühlt sie sich nur, wenn sie gebraucht wird. Und wer könnte sie, die ausgemusterte Krankenschwester, jetzt noch brauchen? Während Asta über sich nachdenkt, beobachtet sie ihre Umgebung – und meint, Menschen wiederzuerkennen, denen sie im Laufe ihres Lebens begegnet ist.

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