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Verlag

S. Fischer Verlag

Die Mittagsfrau. Roman

Preisträger 2007

Die Mittagsfrau. Roman

Als Helenes Vater tödlich verletzt aus dem Ersten Weltkrieg heimkehrt, verliert ihre jüdische Mutter darüber den Verstand. Helene zieht nach Berlin, und lernt Carl kennen. Als der kurz vor ihrer Verlobung stirbt, verliert das Leben für Helene allen Sinn. Sie heiratet Wilhelm, und schenkt ihm einen Sohn. Als die Liebe, die der Junge fordert, Helene unerträglich wird, trifft sie eine ungeheuerliche Entscheidung.

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Begründung der Jury

Vor dem Hintergrund zweier Weltkriege erzählt Julia Franck die verstörende Geschichte einer Frau, die ihren Sohn verlässt, ohne sich selbst zu finden. Das Buch überzeugt durch sprachliche Eindringlichkeit, erzählerische Kraft und psychologische Intensität. Ein Roman für lange Gespräche

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Johanna

Longlist 2006

Johanna

Keine zwanzig Jahre nach ihrer Geburt wird ein lothringisches Bauernmädchen als Ketzerin verbrannt. Doch dies ist kein Buch über Johanna von Orléans, sondern über uns selbst. Auf den Gang der Geschichte antwortet „Johanna“ mit der Passion der Literatur, auf die Passion der Johanna mit einem Gespräch über unsere eigene Angst. Hoppe erzählt einen Traum von der Wirklichkeit – denn was sind Bücher gegen die Welt?

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Pazifik Exil. Roman

Longlist 2007

Pazifik Exil. Roman

Bert Brecht, Franz Werfel, Lion Feuchtwanger, Thomas und Heinrich Mann und Arnold Schönberg haben eines gemeinsam: sie flohen während des Dritten Reichs ins Exil an die amerikanische Pazifikküste. Lentz erzählt von den Erfahrungen der Autoren, deren Exil im Zeichen der Verunsicherung steht: dem Terror in Nazi-Deutschland entronnen, finden sie sich in der Fremde wieder, die ihnen nicht zur Heimat wird.

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Lichtjahre entfernt

Shortlist 2009

Lichtjahre entfernt

Der Familientherapeut Thomas muss sein Leben in Ordnung bringen. Auf einer Reise nach New York trifft er seine langjährige Freundin, doch die Beziehung ist am Ende. Auf dem Rückweg, in der U-Bahn zum Flughafen, verliert er sich in der Vergangenheit. In immer neuen Anläufen kreisen seine Gedanken um die dramatischen Ereignisse der letzten Monate, die – wie seine Liebe – Lichtjahre entfernt scheinen.

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Kommentar der Jury

Fremd ist er ausgezogen, fremd kehrt er wieder heim. Merkel erzählt in der Ich-Form, staccato und stark verschachtelt, die Liebesgeschichte eines deutschen Psychologen in den USA, der von Brooklyn aufbricht, nach München will und unterwegs zum Flughafen all die Stationen des Mißlingens, der Verfehlens, der falschen Ansprüche memoriert, die das prekäre Verhältnis im Kern ausgemacht haben. Wundersam und wunderbar.

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Im Stein

Shortlist 2013

Im Stein

Ein vielstimmiger Gesang der Nacht: Prostituierte, Engel und Geschäftsmänner kämpfen um Geld, Macht und ihre Träume. Eine junge Frau steht am Fenster, schaut in den Abendhimmel, im Januar laufen die Geschäfte nicht, die Gedanken tanzen in ihrem Kopf. »Der Pferdemann« sucht seine Tochter. »Der Bielefelder« rollt mit neuen Geschäftskonzepten den Markt auf, investiert in Clubs und Eroscenter. »AK 47« liegt angeschossen auf dem Asphalt. Schonungslos und zärtlich schreibt Clemens Meyer in seinem Roman von Nachtgestalten, von ihrem Aufstieg und Fall, vom Schmutz der Straße und dem Fluss des Geldes.

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Kommentar der Jury

Ein vielstimmiger Chor über die dunkle Seite unserer Gegenwart. Der Roman über den „rand“-gesellschaftlichen Kontext der Rotlichtszene nimmt uns mit auf eine Reise in die Nacht, von 1989 bis in die jüngere Vergangenheit, auch als Abbild des Kapitalismus im Wandel. Brutal realistisch, surreal, anrührend, phantastisch sind die Mittel mit denen uns Clemens Meyer diese Welt zeigt, und er spart nichts aus bis hin zur Kinderprostitution. Dabei ist der Text nie voyeuristisch, aber so eindringlich und genau, wie wir es vielleicht auch nicht wissen wollten.

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Komm, gehen wir. Roman

Longlist 2007

Komm, gehen wir. Roman

Jim kommt aus Florida uns sucht in Italien nach seinen Vorfahren. Rosemarie und Roland möchten heiraten, und Capri ist ihre vorgezogene Hochzeitsreise. Es ist ihr letzter Tag. Da treffen sie Jim am Strand. Was dann passiert, passiert in einer Nacht. Sie vergessen die Zeit, und später haben sie ein Leben lang etwas, das sie nicht vergessen können. Eine Geschichte über drei Leben, drei Lieben, Glück und Unglück.

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An einem Tag wie diesem

Longlist 2006

An einem Tag wie diesem

An einem Tag wie diesem ändert Andreas sein Leben. Er wirft alles hin, verkauft seine Wohnung und kündigt seine Stelle in Paris, um nach einem halben Leben zu der Frau zurückzukehren, die er einmal geliebt hat. Seine Reise führt ihn in die Provinz seiner Jugend und von dort wieder weg bis ans Ufer des Atlantiks, in die Arme einer Frau, deren Liebe er beinah verspielt hatte.

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Sieben Jahre

Longlist 2009

Sieben Jahre

Sonja ist schön und intelligent und lebt mit Alex. Eine vorbildliche Ehe, er müsste glücklich sein. Aber wann ist Liebe schon einfach? Und wie funktioniert Glück? Iwona wäre neben Sonja fast unsichtbar, sie ist spröde, grau. Aber Alex fühlt sich lebendig bei ihr – und weiß nicht, warum. Er trifft sie immer wieder, und als sie von ihm schwanger wird und das Kind kriegt, das Sonja sich wünscht, setzt er alles aufs Spiel.

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Die Schmerzmacherin.

Shortlist 2011

Die Schmerzmacherin.

Leute werden verschleppt, verschwinden, werden eingesperrt oder gefoltert. Amy arbeitet für einen privaten Sicherheitsservice, sie kann die Korruption und Gewalt nur ahnen, die sich als Abgrund hinter den geheimen Operationen abzeichnet. Als sie beschließt auszusteigen, gerät sie endgültig in die Fänge einer undurchsichtigen, aber brutalen Organisation. Amys Verlorenheit korrespondiert mit dem Ringen um die Wahrnehmung der Realität. Was kann sie glauben? Wer ist sie selbst? Und vor allem: Was passierte an dem Tag, an den sie sich nicht erinnern kann? Ein Roman, der nach dem Ort des Individuums in einer zunehmend privatisierten Öffentlichkeit fragt.

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Kommentar der Jury

Zeitgenössisch und sprach-körperlich nutzt dieser Roman die Möglichkeiten des Fiktionsspiels um Wahrnehmungsverschiebungen und Wirklichkeiten im Schlittern einer Figur, die im gewalttätigen Zwischenreich der Sicherheitsindustrie arbeitet. Reale und real gespielte Gewalt verschwimmen, die Grenzen - man könnte auch sagen: Möglichkeiten zu Berührung - zwischen Dingen, Menschen, Erinnerungen und Ich werden fraglich. Stockungen der Sprache sind Stockungen der Gewissheiten. Es entsteht ein mit Menschenkenntnis und Beobachtungsschärfe für unsere Gegenwart entworfenes Psychogramm einer jungen Frau und der sie umgebenden Menschen-Landschaft, erzählt in perfekt rhythmischem Ton mit Störgeräusch. Durch ungewisse Räume treiben Geld und Gewalt, schmeichelnd, gleisnerisch, zerstörerisch, aufgestörte Menschen vor sich her.

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Sturz der Tage in die Nacht

Longlist 2011

Sturz der Tage in die Nacht

Eine Vogelschutzinsel in der Ostsee. Dort begegnet der junge Erik der älteren, verschlossenen Forscherin Inez und nähert sich ihr mit zärtlicher Unbeschwertheit. Mit ihm ist Rainer Feldberg auf die Insel gekommen, eine undurchsichtige Figur, der die beiden beobachtet, befragt, aushorcht. Es stellt sich heraus, dass Inez und er sich von früher kennen. Welches Spiel wird hier gespielt? Aus den Andeutungen Feldbergs, dem Wenigen, das Inez erzählt, und aus Aufzeichnungen, die Erik findet, setzt sich nach und nach eine unglaubliche Geschichte zusammen: Die Biografie eines ostdeutschen Jungen, die als Stasi-Legende und Polit-Story erfunden wird.

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Die Meisen von Uusimaa singen nicht mehr

Longlist 2014

Die Meisen von Uusimaa singen nicht mehr

Eine Dokumentarfilmerin dreht auf Uusimaa ihren einzigen Naturfilm. Im heißesten Februar seit Menschengedenken trifft eine amerikanische Studentin in Berlin auf eine rätselhafte Chorgruppe. In Brüssel verlässt ein junger Filmemacher Frau und Kind. Franz Friedrich nimmt uns mit in eine einsame Waldhütte, auf einen finnischen Eisbrecher und in das Innere eines abstürzenden Flugzeugs. Und plötzlich, nach zwei Jahrzehnten unerklärbarer Stille, fangen die Meisen auf der Insel Uusimaa wieder an zu singen. Die Konturen einer Zukunft blitzen auf und die Zerwürfnisse unserer Zeit werden sichtbar. Dieser Debütroman legt vorsichtig eine neue Wirklichkeit über unsere alternativlos erscheinende Gegenwart.

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Nachkommen.

Longlist 2014

Nachkommen.

Am Morgen verabschiedet sich die zwanzigjährige Nelia Fehn von ihrem toten Großvater, am Abend sitzt sie als jüngste Autorin bei der Verleihung des Deutschen Buchpreises. In Frankfurt trifft sie ihren leiblichen Vater das erste Mal. Auf der Buchmesse wird sie gefragt, warum sie denn nun einen Roman geschrieben habe. »Sie hatte nur nicht sagen können, was sie da gemacht hatte. Oder warum. Sie hatte nur einfach geschrieben und jetzt war das ein Roman, und das Leben ging weiter. Sie wußte nicht einmal, ob sie wieder schreiben wollte. Weiter schreiben.« Marlene Streeruwitz gewährt uns einen Insider-Einblick in das Literaturgetriebe, und es gelingt ihr, aus dem Ende der Literatur Literatur zu machen.

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Das bessere Leben

Shortlist 2015

Das bessere Leben

Jochen Brockmann ist erfolgreicher Sales Manager, doch er verstrickt sich in ein abstürzendes System. Die Bank gibt keinen Kredit mehr, Indonesien investiert nicht, es bieten sich die Chinesen an. Sylvester Lee Fleming ist ein skrupelloser Geschäftemacher, Finanz-Investor und Risiko-Berater. Er erscheint als Retter, Verführer und Versucher. Wer im 20. Jahrhundert jung war, hat von einer anderen Gesellschaft geträumt. Diese politischen Utopien sind in Terror umgeschlagen, aus ehemaligen Revolutionären sind Manager geworden, Akteure der Wirtschaft. Ein metaphysischer Thriller über das 21. Jahrhundert und die Gespenster der Vergangenheit.

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Kommentar der Jury

Der Roman zeichnet ein facettenreiches Gegenwartsbild, mit Schauplätzen rund um den Globus. Die Handlung entwickelt gleichsam Tentakel in alle Himmelsrichtungen, Zeitebenen und gesellschaftliche Zusammenhänge. Von einstigen utopischen Hoffnungen ist nur die Machbarkeit geblieben: welcher Deal geht noch? Ulrich Peltzer lässt den Leser in oft mündlich verknappter, aber immer hochliterarischer Sprache, auch mit inneren Monologen, die an Joyce erinnern, am Dasein der Protagonisten teilhaben. Die Frage nach dem besseren Leben erwächst aus der Unruhe dieser Global Players, die die Fäden nur vermeintlich in der Hand haben. Ein Werk von enormer Wucht und Relevanz.

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Macht und Widerstand

Longlist 2015

Macht und Widerstand

Konstantin ist Widerstandskämpfer, einer, der schon in der Schulzeit der bulgarischen Staatssicherheit auffällt und ihrem Griff nicht mehr entkommt. Metodi ist Offizier, Opportunist und Karrierist, ein Repräsentant des Apparats. Sie sind in einen Kampf um Leben und Gedächtnis verstrickt, der über ein halbes Jahrhundert andauert: ein schwindelerregender Blick in den Abgrund zwischen Macht und Widerstand.

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München

Longlist 2016

München

Thaddea, Anfang 30, sehr wohlhabend, hat ihr Leben unter Kontrolle. Sie besitzt zwei spektakuläre Häuser in Grünwald und Schwabing und setzt ihre ersten Schritte in ein Leben als freie Therapeutin. Doch als ihre beste Freundin Kata sie mit ihrem Freund Ben-Luca betrügt, stürzt sie in ein Gefühlschaos. Sie beschließt, sich von beiden zu trennen, und nähert sich stattdessen Pimpi an, Ben-Lucas bestem Freund. Sie besucht Empfänge und Events der Münchner Society: die Party eines Fernsehproduzenten, eine Ausstellungseröffnung auf Schloss Herrenchiemsee. Der Schmerz bleibt. Hochsensibel beginnt sie zu erkunden, wo das eigene Ich die Welt berührt.

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Fremde Seele, dunkler Wald

Shortlist 2016

Fremde Seele, dunkler Wald

Alexander kehrt von seinem Auslandseinsatz als Soldat in die Heimat zurück. Seine Unruhe treibt ihn bald wieder fort. Sein jüngerer Bruder Jakob führt unterdessen den elterlichen Hof. Als sich sein Freund aufhängt, wird Jakob die Schuldgefühle nicht mehr los. Der Vater fabuliert von phantastischen Geschäftsideen, während er heimlich Stück für Stück des Ackerlandes verkaufen muss. Die Zeit vergeht, und es geschieht scheinbar nichts. Und doch ereignet sich das gesamte Drama der Existenz dieser Menschen, die durch das Land, Verwandtschaft, Gerede und ihre Sehnsüchte miteinander verbunden sind.

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Kommentar der Jury

Reinhard Kaiser-Mühleckers Figuren sind eingeschlossen in ihre Herkunft, in ihre Sprache. Es gibt kein Entkommen aus der eigenen Vergangenheit, und der Drang, aus der Gegenwart zu entfliehen, wird von der Alternativlosigkeit der Zustände absorbiert. Sie suchen nach Erlösung, ohne es zu wissen. Der äußere Wandel vollzieht sich mit größerer Geschwindigkeit als die innere Bereitschaft dafür. Das erzeugt Hilflosigkeit, Stummheit. Wie Kaiser-Mühlecker daraus auf eine zutiefst österreichische Art und Weise Literatur entstehen lässt, ist virtuos.

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Rauschzeit

Longlist 2016

Rauschzeit

Alain und Mausi, beide vierzig und seit 15 Jahren miteinander verheiratet, sind in der Mitte des Lebens angekommen. Es ist das Jahr 2004. Die Liebe haben sie hinter sich – jetzt beginnt »die vegetarische Zeit ihres Lebens«. Als eine gemeinsame nahe Freundin stirbt, reißen bei beiden alte Wunden auf – und die Erinnerung an einen Sommer an der französischen Atlantikküste, an dem ihre Jugend endgültig zu Ende war. Jetzt, mehr als 20 Jahre danach, begegnet Alain seiner großen Liebe Babette wieder. Und Mausi verliebt sich schlagartig in einen blonden Dänen, der sich in der Oper neben sie setzt.

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Weit über das Land

Longlist 2016

Weit über das Land

Ein Mann steht auf und geht. Einen Augenblick zögert Thomas, dann verlässt er das Haus, seine Frau und seine Kinder. Mit einem erstaunten Lächeln geht er einfach weiter und verschwindet. Er wird verschwunden bleiben. Astrid, seine Frau, fragt sich zunächst, wohin er gegangen ist, dann, wann er wiederkommt, schließlich, ob er noch lebt. ›Weit über das Land‹ ist ein Roman, der die alltäglichste aller Fragen stellt: Die nach dem eigenen Leben.

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Die Verteidigung des Paradieses

Longlist 2016

Die Verteidigung des Paradieses

Er möchte ein guter Mensch sein. Aber Heinz lebt in einer Welt, die Menschlichkeit nicht mehr zulässt. Deutschland ist verseucht und verwüstet, Mutanten streifen umher, am Himmel kreisen außer Kontrolle geratene Drohnen. Zusammen mit seinem besten Freund, einem elektrischen Fuchs, dem Fennek, wächst Heinz in einer kleinen Gruppe Überlebender in den Bergen auf. Er nimmt sich vor, die verlorene Zivilisation zu bewahren, sammelt vergessene Wörter und schreibt die Geschichte der letzten Menschen. Doch was nützen Heinz Wissen und Kunst jetzt noch? Da gibt es plötzlich das Gerücht, weit im Westen existiere ein Flüchtlingslager. Und die Gruppe bricht auf zu einem mörderischen Marsch ins vermeintliche Paradies.

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