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Autor

Thomas Hettche

Die Liebe der Väter

Longlist 2010

Die Liebe der Väter

Peter hat eine Tochter, aber das Sorgerecht für sie hat er nicht. Annika war zwei, als er und ihre Mutter sich trennten. Seitdem gerät jede elterliche Absprache zum Machtkampf um die inzwischen dreizehnjährige Annika. Ein Silvesterurlaub auf Sylt wird für Vater und Tochter zur entscheidenden Probe auf ihre Liebe. Die Reise auf die Insel ist für den Verlagsvertreter Peter auch eine Rückkehr in Landschaften der Vergangenheit. Hier hat er die Sommer seiner Kindheit verbracht, als seine Mutter in einer Buchhandlung in Kampen arbeitete. Die Spaziergänge am Strand, die alte Kirche von Keitum, der Leuchtturm rufen Erinnerungen in ihm wach. Zum ersten Mal versucht er, seiner Tochter von sich zu erzählen. Er begegnet Susanne wieder, einer Freundin aus der Schulzeit, mittlerweile verheiratet und Mutter zweier Kinder. Und er muss erleben, dass er auf die Väter der scheinbar heilen Familien, die diese Ferien zusammen verbringen, wie ein Menetekel wirkt.

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Woraus wir gemacht sind

Shortlist 2006

Woraus wir gemacht sind

Niklas Kalf schreibt eine Biografie über den jüdischen Emigranten Eugen Meerkaz und reist 2002 mit seiner Frau Liz nach New York. Kurz nach der Ankunft wird Liz entführt, und man erpresst Kalf, ein Geheimnis über Meerkaz aufzudecken. Kalfs Suche nach der Wahrheit wird zur Reise ins Innere der USA kurz vor dem Irak-Krieg. Zugleich beginnt Kalf in der Fremde zu begreifen, was bleibt, wenn nichts mehr sicher ist.

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Kommentar der Jury

Ein Autor verliert sich ein einem Entführungsfall – und in den Abgründen der USA. Hettche spielt dabei mit verschiedenen literarischen Motiven: dem amerikanischen Thriller, dem typisch-deutschen passiven Held. Sein Roman über das Verhältnis zwischen Amerika und dem „alten Europa“ wird sicher viele Leser aufregen, da in ihm das Verhältnis von deutscher Intellektualität und amerikanischer Wirklichkeit neu gespiegelt und gesehen wird.

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Pfaueninsel

Shortlist 2014

Pfaueninsel

Die Pfaueninsel in der Havel ist ein künstliches Paradies. Der Roman beginnt wie ein Märchen: mit einer Königin, die einen Zwerg trifft und sich fürchterlich erschrickt. Am Beispiel der kleinwüchsigen Marie, die zwischen den Befreiungskriegen und der Restauration, zwischen Palmenhaus und Menagerie, Gartenkunst und philosophischen Gesprächen aufwächst und der königlichen Familie bei deren Besuchen zur Hand geht, erzählt Thomas Hettche von der Zurichtung der Natur, der Würde des Menschen, dem Wesen der Zeit und der Empfindsamkeit der Seele und des Leibes.

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Kommentar der Jury

Seit seinem Debüt „Ludwig muß sterben“ von 1989 als Avantgardist gerühmt, erweist sich Thomas Hettche mit seinem Roman „Pfaueninsel“ erneut als einer der elegantesten und raffiniertesten Stilisten der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Wie Maria Dorothea Strakon, das historisch überlieferte preußische Schlossfräulein der Pfaueninsel bei Berlin, mit Lust seine Festtagsgewänder anlegte, so schlüpft Hettche in ein vollendetes Sprachkleid aus dem 19. Jahrhundert. Anhand der anrührenden Lebensgeschichte der kleinwüchsigen Marie lässt er ein ganzes Jahrhundert vom ausklingenden Rokoko bis zur Erfindung der Eisenbahn, von Hegel über Darwin bis Lenné, Revue passieren. Botanik und Sentiment, Theorie und Sinnlichkeit gehen in „Pfaueninsel“ eine Verbindung ein, die auf unerwartete Weise das Heute spiegelt und die Leserin, den Leser einer literarischen Osmose sondergleichen unterzieht.

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