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Verlag

Aufbau-Verlag

42

Shortlist 2005

42

Als an einem sonnigen Augusttag eine Besuchergruppe des Genfer Kernforschungszentrums CERN wieder ans Tageslicht tritt, ist ganz Europa in einen Dornröschenschlaf gefallen: Die Zeit steht still. Die 70 „Chronifizierten“ finden sich in einer traumatischen Situation aus Einsamkeit, Ohnmachtsgefühlen und mörderischen Auseinandersetzungen wieder, bis nach fünf Jahren die Weltzeit plötzlich für drei kostbare Sekunden weitertickt.

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Kommentar der Jury

Thomas Lehrs "42" ist ein Roman, in den ich mich auf den ersten Blick verliebt habe. An Vielseitigkeit kaum zu überbieten: ein Thriller, eine Endzeitgeschichte, eine Variation auf menschliche Eitelkeiten und Begierden und gleichzeitig eine große Metapher des Stillstands und der Unfähigkeit des postmodernen Menschen, mit seiner Umgebung in natürliche Beziehungen zu treten. Das Ganze geschrieben in einer beeindruckenden, reichen, souveränen Sprache, die gewissermaßen die Arme ausbreitet und sagt: Komm her, setz dich hin, ich habe etwas zu erzählen. Ein Buch mit hoher Sogwirkung. Ich wünsche ihm und seinem Autor alles Gute.

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Hool

Shortlist 2016

Hool

Jeder Mensch hat zwei Familien. Die, in die er hineingeboren wird, und die, für die er sich entscheidet. HOOL ist die Geschichte von Heiko Kolbe und seinen Blutsbrüdern, den Hooligans. Philipp Winkler erzählt vom großen Herzen eines harten Jungen, von einem, der sich durchboxt, um das zu schützen, was ihm heilig ist: Seine Jungs, die besten Jahre, ihr Vermächtnis.

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Kommentar der Jury

Heiko Kolbe ist ein Held, wie es ihn so in der Literatur noch nicht gab. Er stammt aus zerrütteten Verhältnissen, hat aber eine Ersatzfamilie: eine unbedingt an die reinigende Kraft der Klopperei glaubende Schlägergang. Heiko ist Hooligan. Fußball? Unwichtig. Wichtig ist die körperliche Triebabfuhr, der Zusammenhalt der Gruppe, die Verlässlichkeit, die ungeschriebenen Regeln der Keile. Philipp Winkler schreibt in eindringlichen Szenen von der Lebens- und Adrenalingier der „Hools“ und von einer Kultur der Gewalt, in der Außenseiter ihre Sprache finden. Mit seinem krachenden Debüt gelingt Winkler ein Milieuroman, der nichts verherrlicht, der hart ist, traurig und manchmal auch komisch.

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