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Autor

Thomas Lehr

42

Shortlist 2005

42

Als an einem sonnigen Augusttag eine Besuchergruppe des Genfer Kernforschungszentrums CERN wieder ans Tageslicht tritt, ist ganz Europa in einen Dornröschenschlaf gefallen: Die Zeit steht still. Die 70 „Chronifizierten“ finden sich in einer traumatischen Situation aus Einsamkeit, Ohnmachtsgefühlen und mörderischen Auseinandersetzungen wieder, bis nach fünf Jahren die Weltzeit plötzlich für drei kostbare Sekunden weitertickt.

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Kommentar der Jury

Thomas Lehrs "42" ist ein Roman, in den ich mich auf den ersten Blick verliebt habe. An Vielseitigkeit kaum zu überbieten: ein Thriller, eine Endzeitgeschichte, eine Variation auf menschliche Eitelkeiten und Begierden und gleichzeitig eine große Metapher des Stillstands und der Unfähigkeit des postmodernen Menschen, mit seiner Umgebung in natürliche Beziehungen zu treten. Das Ganze geschrieben in einer beeindruckenden, reichen, souveränen Sprache, die gewissermaßen die Arme ausbreitet und sagt: Komm her, setz dich hin, ich habe etwas zu erzählen. Ein Buch mit hoher Sogwirkung. Ich wünsche ihm und seinem Autor alles Gute.

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September, Fata Morgana

Shortlist 2010

September, Fata Morgana

Zwei Väter und zwei Töchter: Der deutsch-amerikanische Germanistikprofessor Martin lebt mit seiner Tochter Sabrina in den USA, der irakische Arzt Tarik und seine Tochter Muna leben in Bagdad. Nichts verbindet die beiden Familien. Doch dann stirbt Sabrina am 11. September 2001 im World Trade Center, und Muna kommt in den letzten Kriegstagen 2004 in Bagdad bei einem Bombenattentat ums Leben. Thomas Lehrs Roman erhellt die politischen Katastrophen der jüngsten Vergangenheit am Beispiel zweier jungen Frauen, und begibt sich damit auch auf eine literarische Grenzwanderung zwischen zwei Kulturen.

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Kommentar der Jury

Thomas Lehr wagt ein riskantes Unterfangen. Er beschreibt ein hochbrisantes politisches Thema, den 11. September und die kriegerischen Folgen, als 470-Seiten-Poem; als west-östlichen Dialog. Vier Stimmen erzählen, zwei Väter, zwei Töchter, in den USA und im Irak, in New York, wo die Twin Towers stürzen und in Bagdad, wo „die Luft blutet“ und Menschen gefoltert werden. Gedichte von Goethe und Hafis, von Friedrich Rückert und Adonis und vielen anderen verweben die Schauplätze und machen den Roman zum westöstlichen Diwan unserer Tage.

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