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Verlag

Galiani Berlin

Onno Viets und der Irre vom Kiez

Longlist 2012

Onno Viets und der Irre vom Kiez

Was passiert, wenn einer wie OnnoViets zum ersten Mal in seinem Leben eine richtig gute Idee hat? Onno, Mitte 50, Hartz-IV-Empfänger, Noppensockenträger und ungeschlagener König einer Hamburg-Eppendorfschen Pingpong-Runde, bekennender Nicht-Schwitzer, leicht phobisch, hat das Finanzamt im Nacken, den Geburtstag seiner Frau Edda vor Augen und eine Eingebung aus dem Fernsehen: Er wird Privatdetektiv! Seine geplagten Sportsfreunde vom Tischtennis ahnen Ungutes. Aus langjähriger Erfahrung. Dennoch verhilft einer von ihnen Onno zu seinem ersten Fall: Der Popmagnat Nick Dolan argwöhnt Untreue seiner aktuellen Flamme, Onno soll ein Beweisfoto von ihr und dem Liebhaber liefern. Und Onno hat Glück, schon bald wird er Dolans Nebenbuhler ansichtig. Allerdings ist der Kerl mit dem Spitznamen »Händchen« nicht nur zwei Meter groß und 130 Kilo schwer – er ist auch die unberechenbare, gefürchtete rechte Hand eines Hamburger Kiez-Oligarchen. Onno schafft es nicht, den Fall wieder abzugeben, und muss die beiden bis nach Mallorca verfolgen. Dort setzt sich fort, was begann, als einer wie Onno mal eine richtig gute Idee hatte: Der Sog der Katastrophe beschleunigt sich rasend …

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Rabenliebe

Shortlist 2010

Rabenliebe

Wie konnte seine Mutter es ihm antun, ihn als Kleinkind in der DDR zurückzulassen, als sie in den Westen floh? Der einsame Junge, herumgereicht in verschiedenen Kinderheimen, bleibt stumm bis weit ins vierte Jahr, meidet Menschen, lauscht lieber den Vögeln und ahmt ihren Gesang nach. Viel später, als Grenzsoldat, unternimmt er einen Fluchtversuch Richtung Mutter in den Westen, kehrt aber, auf halbem Weg wieder um: Will er sie, die ihn ausgestoßen und sich nie gemeldet hat, wirklich wiedersehen? Ein Roman über das lebenslange Gefühl von Verlassenheit, Verlorenheit und Muttersehnsucht.

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Kommentar der Jury

Die Geschichte eines verlassenen, verratenen Kindes, das in Waisenheimen der DDR aufwächst. Spät erfährt der Junge, dass die Mutter in den Westen abgehauen ist und noch lebt. Es beginnt eine lebenslange Suche nach der Mutter, die erfolgreich endet, denn er findet sie – und erfolglos, denn die beiden haben einander nichts zu sagen. Mehr als nur eine Autobiografie, sondern eine große literarische Erzählung über die Einsamkeit, ein Trauergesang aus vielen Stimmen, und zugleich eine Sozialgeschichte der DDR in den sechziger Jahren.

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