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Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft

Shortlist 2025

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft

Es brennt. In den Wäldern und auf den Screens. Die 15-jährige Era lebt mit ihrer Mutter am Waldrand und versucht dem schleichenden Prozess der Zerstörung etwas entgegenzusetzen, indem sie das Aussterben der Vögel dokumentiert. In einem Stream beobachtet sie ihre Mitschülerin Maja und deren Schwester Merle, die auf der benachbarten Lichtung Festplatten in die Luft jagen. Maja ist die Tochter zweier Momfluencerinnen, die versucht, die Erinnerungen an eine öffentliche Kindheit auszulöschen. Während Era Notizbücher führt, Zeichnungen anfertigt und all das Wissen, auf das sie Zugriff hat, zu ordnen versucht, bildet Maja eine zerstörerische Gegenkraft. Dennoch sind Era und Maja verbunden in ihrer Suche nach Intimität und analogen Reizen. Während die Turteltaube ausstirbt, verlieben die beiden sich ineinander. Aber nicht nur die Vögel sind bedroht: Als ein großflächiger Brand den Wald zerstört, verlieren auch die Mädchen einen bedeutenden Teil ihres Lebensraums.

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Kommentar der Jury

„Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft“ – der längste Titel in diesem Jahrgang, der temporeichste Roman. Fiona Sironic erzählt in ihrem Debüt von einer Jugend, die im Gefühl lebt, wenig Zeit zu haben. Die Arten sterben, die Natur glüht, das Internet gibt Takte der Kommunikation vor. Die Mädchen, deren Liebesgeschichte den Roman bewegt, leben im doppelten Aufstand: gegen die Verwüstung der Welt durch ökologischen Raubbau und durch „Mommyinfluencerinnen“. Ihre Wut gilt beidem, der nächsten Zukunft und der Vereinnahmung ihres Alltags durch soziale Medien. Unruhig, einfallsreich, konfliktfreudig und komisch hält uns dieses Buch durch seine Geistesgegenwart bis zur letzten Seite in Atem.

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