Preisverleihung 13. Oktober 2025
Preisverleihung 13. Oktober 2025
Wie konnte seine Mutter es ihm antun, ihn als Kleinkind in der DDR zurückzulassen, als sie in den Westen floh? Der einsame Junge, herumgereicht in verschiedenen Kinderheimen, bleibt stumm bis weit ins vierte Jahr, meidet Menschen, lauscht lieber den Vögeln und ahmt ihren Gesang nach. Viel später, als Grenzsoldat, unternimmt er einen Fluchtversuch Richtung Mutter in den Westen, kehrt aber, auf halbem Weg wieder um: Will er sie, die ihn ausgestoßen und sich nie gemeldet hat, wirklich wiedersehen? Ein Roman über das lebenslange Gefühl von Verlassenheit, Verlorenheit und Muttersehnsucht.
Die Geschichte eines verlassenen, verratenen Kindes, das in Waisenheimen der DDR aufwächst. Spät erfährt der Junge, dass die Mutter in den Westen abgehauen ist und noch lebt. Es beginnt eine lebenslange Suche nach der Mutter, die erfolgreich endet, denn er findet sie – und erfolglos, denn die beiden haben einander nichts zu sagen. Mehr als nur eine Autobiografie, sondern eine große literarische Erzählung über die Einsamkeit, ein Trauergesang aus vielen Stimmen, und zugleich eine Sozialgeschichte der DDR in den sechziger Jahren.
Ein Frühjahr in Rom, Peter Wawerzinek ist Stipendiat in der Villa Massimo. Er durchstreift die Stadt, sammelt Inspiration für seinen neuen Roman, eine Fülle von Eindrücken bietet sich ihm dar, Schönheit, Chaos, eine vibrierende Lebendigkeit: Verheißungen für die kommende Zeit. Doch dann wird der Aufenthalt getrübt, die Pandemie macht den Spaziergängen einen Strich durch die Rechnung, die Technik versagt, und alles entstandene Textmaterial ist verloren. Peter Wawerzinek zieht nach Trastevere um, beschließt, über Pasolini zu schreiben. Etwas scheint aber nach wie vor nicht zu stimmen: kalte, weiße Fingerkuppen in der schönsten Frühlingssonne. Es ist sein Körper, der nicht mehr ins Bild passen will. Ein Besuch beim Berliner Hausarzt bringt schließlich die Diagnose: Es ist Krebs. Doch auch die Konfrontation mit dem Tod lässt ihn nicht aufgeben. Es zieht ihn wieder nach Rom, zur Intensität der ewigen Stadt – und dem Beginn des Wegs zurück ins Leben. Peter Wawerzinek schreibt über die menschliche Vergänglichkeit, die unmittelbare Bedrohung durch den Tod – doch jede einzelne Zeile seines Romans birst vor Intensität. In Literatur, Musik, Kunst – vor allem aber in der Liebe, die ihm zufällig begegnet, genau zur richtigen Zeit, findet er die Kraft für die Heilung.